Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
„Pilger ─ aus Hoffnung“
ohne Namen ·
Bistum Würzburg – Predigten des Bischofs ·
2025-07-06
· Würzburg
· Quelle
Hoffnung · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Umkehr · tragend
Hoffnung ist kein passives Warten, sondern ein aktiver Aufbruch, der in der Begegnung mit Christus und in der Gemeinschaft bewährt wird und die Kirche dazu ruft, ihre Mission über den Erhalt von Strukturen hinaus zu verstehen.
Kirche ist nur Mittel, Ziel aber ist Christus – ihn zurückzugewinnen als Mitte, die uns über uns hinausführt ist, ist aller Mühe wert.
Der Text verbindet das Leitwort „Hoffnung“ mit der Pilgerschaft und versteht sie als Aufbruch aus dem Bestehenden heraus. Anhand der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan wird die Hoffnung als Weg beschrieben, der in Prüfungen und Ablehnung bewährt wird. Die Kirche wird aufgefordert, ihre Mission wiederzuentdecken und nicht nur um den Erhalt von Strukturen zu kämpfen. Christus wird als Ziel und Mitte dargestellt, während die Kirche nur Mittel sei. Die Emmaus-Erzählung dient als Bild für die Begegnung mit Christus im Gebet, im Brotbrechen und in der Gemeinschaft. Konkrete Formate wie Lectio Divina, eucharistische Anbetung und Glaubenswege werden als Orte der Hoffnung genannt. Der Text schließt mit einem paulinischen Appell zur Freude, Geduld und Beharrlichkeit im Gebet.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
in der eigenen Gemeinde, Familie, Religion
- Was hilft dagegen?
-
persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- die eigene Mission wiederentdecken (innerlich)
- Hoffnungsgeschichten teilen (zwischenmenschlich)
- im Gebet beharrlich bleiben (rituell)
Genannte Stellen
Lk 24,13-35 · Röm 12,12
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 2
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
„Pilger - aus Hoffnung“. Ein schönes Motto, denn Hoffnung und Pilgerschaft gehören immer zusammen. Die Hoffnung findet sich nicht mit dem Bestehenden ab, sondern beginnt einen Weg, um einer Verheißung auf der Spur zu bleiben; mit Abram hat diese Pilgerschaft begonnen und Kilian, Kolonat und Totnan haben diese Pilgerschaft fortgesetzt.
Pilger aus Hoffnung – entdecken die eigene Mission wieder
Kilian aus Mullagh wirkte zuerst als Mönchsbischof in Irland, als er den Ruf hörte, in die Fremde aufzubrechen. Er hatte gespürt, dass er sich zu sehr im Bestehenden eingerichtet hatte und ihm darüber seine Mission verloren gegangen war; er musste neu aufbrechen, um seine Mission wiederzuentdecken – ein höchst aktueller Gedanke! Denn auch wir spüren, wie sehr wir uns eingerichtet haben und im Bestehenden festgefahren sind. Kilian und seine Gefährten erinnern uns daran, dass Kirche nur dann lebt, wenn sie ihre Mission wiederentdeckt, wenn sie auszieht, um Menschen für Christus zu gewinnen. Als Kirche müssen wir uns daran messen lassen, ob wir dieser Mission dienen, oder nur noch um uns kreisen und fruchtlos um den Erhalt des Bestehenden kämpfen: Pfarreien, Orden, Verbände.
Mittel und Ziel dürfen wir nicht verwechseln: denn Kirche ist nur Mittel, Ziel aber ist Christus – ihn zurückzugewinnen als Mitte, die uns über uns hinausführt ist, ist aller Mühe wert. Die Wallfahrten des Heiligen Jahres erinnern uns an den geistlichen Aufbruch; gleich den Emmaus-Jüngern wollen sie das Feuer in unseren Herzen wieder entzünden, so dass auch wir mit Kilian sagen können: „Brannte uns nicht das Herz?!“
Pilger aus Hoffnung – bewähren sich in den Prüfungen des Lebens
Die Frankenapostel bezeugen: Wer den Mut hat, aufzubrechen, wird sich bald mit vielen Widerstände konfrontiert sehen. Sie mussten immer neu Wegweisung erbitten, rangen um die Wirksamkeit ihrer Verkündigung, machten die Erfahrung der Ablehnung: Das kann abschrecken, zermürben, entmutigen. Aber Hoffnung bewährt sich gerade in den Prüfungen. Hoffnung ist nicht problemverliebt, sondern lösungsorientiert. Deshalb kehrt Hoffnung immer neu um zu Christus als dem Hoffnungsanker, ohne in Schwierigkeiten zu erstarren. Hoffnung hält im Herzen jung, ohne zu resignieren. Gerade die Bedrängnisse aber sind der Moment, in dem wir gleich den Emmaus-Jüngern den Herrn bitten: „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden!“ Bleib und geh nicht weiter! Denn nur, wenn ER bleibt, bewirkt die Bedrängnis Geduld, die Geduld Bewährung, die Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen – so bezeugt es uns Kilian!
Pilger aus Hoffnung – leben aus der Gegenwart des erhöhten Herrn
Die Emmaus-Jünger haben den Herrn am Brotbrechen erkannt; sie erkannten ihn daran, dass er das Leben mit ihnen teilte. Pilger aus Hoffnung teilen ihre Lebenserfahrungen miteinander, nur hier kann Hoffnung wachsen und neu ausgerichtet werden. In unserem „Lectio Divina“ laden wir ein, mit Christus im Gespräch zu bleiben, um neue Perspektiven zu erlangen. In der eucharistischen Anbetung in der „Nacht der Hoffnung“ wollen wir unser Leben ihm aussetzen, damit er uns neu sendet. Die „Glaubenswege der Hoffnung“ laden dazu ein, Hoffnungsgeschichten zu teilen, so brechen auch wir einander das Brot der Hoffnung, die nur so vertieft, erneuert, bestärkt wird.
Pilger aus Hoffnung – sind frohe Menschen
Auch wenn die weltpolitische und kirchliche Lage wenig zuversichtlich stimmt, viele Menschen derzeit Angst haben, ruft uns Paulus zu: „Seid fröhlich in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!“ So wollen wir in diesem heiligen Jahr hoffnungsfroh, geduldig und im Gebet mit dem Herrn vereint voranschreiten auf dem Weg der Heiligkeit.
(Es gilt das gesprochene Wort)